Mythos 7: Österreich und Europa brauchen TTIP nicht


Mythen 1024x140-7

Während die EU 2001 noch für 23,9 Pro­zent des Welt-BIP stand, so ist sie es heute nur mehr für rund 16,9 Prozent. Ohne TTIP droht Europa in der Weltwirtschaft weiter­hin der Abfall. Richtig gemacht, kann TTIP Österreich und der EU nicht nur mehr Wachstum, sondern auch mehr Jobs bringen. Gelingt es uns zudem, mit den USA gemeinsam die technischen Standards der Zukunft zu gestalten, dann bietet TTIP die Chance, unsere ökonomische und globale Führungsrolle zu sichern.

Wenn TTIP scheitert würde die EU nicht nur an Themenführerschaft verlieren, sondern europäische und österreichische Unternehmen hätten auch einen drastischen Wettbewerbsnachteil. So sind beispielsweise bereits heute kanadische und japanische Unternehmen[1] Europas größte Konkurrenten am US-Markt. Durch das bestehende NAFTA (North American Free Trade Agreement) und künftig auch durch die transpazifische Freihandelszone TPP hätten beide Länder deutliche Vorteile beim Zugang zum US- Markt. Ohne TTIP ist es nur eine Frage der Zeit, bis Europa seinen US-Marktanteil verliert.

Deswegen ist es für die EU essenziell, beim Freihandel nicht benachteiligt zu sein und die gleichen Vorteile zu genießen wie beispielsweise Kanada oder Japan.

Im Jahr 2001 zeigte sich die EU noch für 23,9 Prozent des Anteils an der Weltwirtschaft verantwortlich. Heute sind es nur mehr 16,9 Prozent. Europa verliert im internationalen Wettbewerb an Bedeutung. Für die kommenden Jahre wird für die EU ein Wirtschaftswachstum von höchstens 1,5 Prozent vorausgesagt. Österreichs Wachstum liegt unter dem EU-Schnitt.

Richtig gemacht, kann TTIP Österreich und der EU nicht nur mehr Wachstum, sondern auch mehr Jobs bringen:

  • Nach einer Studie des Forschungsschwerpunkts Internationale Wirtschaft (FIW)[2] ist ein Anstieg des österreichischen BIP von 1,75 Prozent über acht Jahre zu erwarten. Das bringt Österreich ein Plus bei der Beschäftigung um 0,6 Prozent und bis zu 20.000 neue Arbeitsplätze.
  • Die EU-Kommission geht von einem jährlichen Zuwachs der EU-Wirtschaftsleistung von 119 Mrd. Euro und einem BIP-Wachstum von 0,5 Prozent für die EU über zwölf Jahre aus. Die europäischen Unternehmen könnten auf dieser Basis 400.000 neue Arbeitsplätze in Europa schaffen.[3]

 

[1] Die EU verhandelt mit der drittgrößten Volkswirtschaft Japan aktuell ein Freihandelsabkommen

[2]Modeling the Effects of Free Trade Agreements between the EU and Canada, USA and Moldova/Georgia/Armenia on the Austrian Economy: Model Simulations for Trade Policy Analysis“ FIW (Forschungsschwerpunkt Internationale Wirtschaft) 2012/13 von Joseph Francois and Olga Pindyuk.

[3] „Dimensionen und Auswirkungen eines Freihandelsabkommens zwischen der EU und den USA“, ifo-Institut, Jänner 2013 im Auftrag  des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie von Gabriel Felbermayr, Mario Larch, Lisandra Flach, Erdal Yalcin und Sebastian Benz.

 

>> nächste Seite Mythos 8: Verhandlungsdokumente werden mit Interesse gelesen